Lagerlogistik auf Premium-Niveau: Fallstudie Autohaus HEDTKE

12. Mai 2025

Es sind oft die unscheinbaren Abläufe, die über die Leistungsfähigkeit eines Betriebs entscheiden. Der saisonale Räderwechsel etwa wirkt wie Routine, ist aber in Wahrheit eine logistische Herausforderung mit engem Zeitfenster. Wenn im Herbst die ganze Region nahezu gleichzeitig auf Winterräder umstellt, zeigt sich, wie gut Lager und Werkstatt aufeinander abgestimmt sind. Ein gutes Beispiel dafür liefert das Autohaus HEDTKE in Weiterstadt.

Ein Autohaus am Puls der Zeit

Das Autohaus HEDTKE ist weit mehr als eine Werkstatt. Als Vertragspartner für Marken wie Volvo, Jaguar Land Rover und LEVC ist es ein logistischer Knotenpunkt. Auf rund 20.000 Quadratmetern Fläche und mit 25 Werkstattplätzen läuft der Betrieb in der Räderwechselsaison auf Hochtouren. Doch jede Infrastruktur stößt an Grenzen, wenn die Nachfrage saisonal stark ansteigt und die Lagerkapazität nicht mithält. Die zentrale Frage lautete deshalb: Wie lässt sich zusätzlicher Lagerraum schaffen, wo der Platz bereits knapp ist?

Die Ausgangslage: Druck in der Hochsaison

Der Räderwechsel ist in der Praxis ein logistisches Großereignis mit hoher Taktung. Das bestehende Räderlager bei HEDTKE bot Platz für rund 1.000 Räder. Zu wenig, um die saisonalen Spitzen abzudecken. Ziel war eine Kapazitätssteigerung um 50 Prozent auf 1.500 Räder. Die Anforderungen: eine schnelle, sichere und präzise Umsetzung. Die besondere Schwierigkeit dabei: Der zusätzliche Lagerraum musste im laufenden Betrieb entstehen, ohne den Werkstattablauf zu unterbrechen.

Hinzu kam eine bauliche Randbedingung: Weiterstadt liegt im Bereich des nördlichen Oberrheingrabens, einer Region mit erhöhter seismischer Aktivität. Die Regalanlage musste daher die Anforderungen an die Erdbebensicherheit nach Eurocode 8 (DIN EN 1998) erfüllen: ein Zusammenspiel aus Tragwerksplanung, Lagereffizienz und Standsicherheit.

Die Lösung: Vorhandenen Raum neu nutzen

Rauscher F.X. Lagertechnik setzte auf das Fachbodenregalsystem P3X und passte die Konstruktion an die örtlichen Gegebenheiten an:

  • Tragwerk über vorhandener Infrastruktur: Mit Stahlprofilträgern (HEA-/HEB-Profile) wurden bestehende Wartungsgruben überbrückt. So entstand nutzbare Lagerfläche über Bereichen, die zuvor nicht für die Lagerung verfügbar waren.
  • Erdbebensichere Auslegung: Zusätzliche Aussteifungen der Regalrahmen sorgen für die erforderliche Standsicherheit gemäß den geltenden Normen. Die statische Auslegung wurde an die seismischen Anforderungen der Region angepasst.
  • Kurze Projektlaufzeit: Von der ersten Planung bis zur Endmontage vergingen rund zwölf Wochen. Ein straffer Zeitplan, der durch enge Abstimmung zwischen Planung und Montage eingehalten wurde.

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Anspruchsvolle Projekte gelingen selten allein über das Produkt: entscheidend ist die enge Abstimmung zwischen Auftraggeber und Anbieter. Die Zusammenarbeit zwischen dem Autohaus HEDTKE und Rauscher F.X. Lagertechnik war dafür ein gutes Beispiel: Anforderungen wurden gemeinsam definiert, technische Lösungen Schritt für Schritt abgestimmt.

„Logistik ist unsere Antwort auf die Anforderungen von heute und morgen“, sagt Frédéric Meyer, Geschäftsführer von Rauscher F.X. „Wir haben gezeigt, dass auch unter Zeitdruck tragfähige Lösungen entstehen.“

Das Ergebnis: Mehr Kapazität, gleicher Standort

Das erweiterte Räderlager mit einer Kapazität von 1.500 Rädern ist eine spürbare betriebliche Verbesserung. Die Lagerkapazität für die Saison wurde um 50 Prozent erhöht, die Abläufe im Werkstattbetrieb entlastet und die Reaktionsfähigkeit gegenüber den Kundinnen und Kunden gesteigert. Ohne zusätzliche Grundfläche oder einen Neubau.

Damit zeigt das Projekt, wie sich durch durchdachte Lagertechnik vorhandene Flächen besser ausnutzen lassen, statt zusätzliche Bauflächen zu beanspruchen.

Nachhaltigkeit durch modulare Systeme

Nachhaltigkeit zeigt sich hier vor allem in der Konstruktion: Die modularen Regalsysteme von Rauscher F.X. sind flexibel erweiterbar und können bei veränderten Anforderungen angepasst oder umgesetzt werden. Das verlängert die Nutzungsdauer und reduziert den Materialaufwand über den Lebenszyklus.

Die Nutzung bereits versiegelter Flächen, statt eines Erweiterungsbaus, schont zusätzlich Ressourcen. Effizienz und Ressourcenschonung stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern ergänzen sich.

Lagerlogistik als Wettbewerbsfaktor

Die Fallstudie des Autohauses HEDTKE zeigt, dass Lagertechnik mehr ist als reine Stellfläche. In Branchen mit ausgeprägten saisonalen Spitzen entscheidet eine gut geplante Lagerlösung über Servicequalität und Durchsatz. Effizienz, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit sind dabei keine Gegensätze.

Lagerlogistik ist damit kein nachgelagertes Detail, sondern ein zentraler Faktor für die Leistungsfähigkeit eines Betriebs. Und im Idealfall schafft sie genau das, was am meisten fehlt: nutzbaren Raum für Wachstum.