Fachbodenregale auswählen: Serien, Traglast und Geschosse

Welche Fachbodenregal-Serie passt zu Ihrem Lager? Traglast, Geschosse, Konstruktion und Verfügbarkeit von P3X, P50 und P70 im Überblick.

Eitel Daniel​​
4. August 2026​ · 7

Fachbodenregale sind das statische Kernprodukt für Kleinteile und leichte bis mittelschwere Güter. Rauscher F.X. führt sie in drei Serien, die sich in Traglast, Konstruktion und der sinnvollen Geschosszahl unterscheiden: P3X, P50 und P70.

Fachbodenregale wirken auf den ersten Blick austauschbar. Ein Rahmen, ein paar Böden, fertig. Genau diese Annahme führt regelmäßig zu Anlagen, die entweder überdimensioniert und damit unnötig teuer sind oder nach zwei Jahren an ihre Grenze stoßen. Die Auswahl entscheidet sich an wenigen, aber harten Kriterien. Wer sie vorab klärt, spart sich den späteren Umbau.

Was Fachbodenregale von anderen Systemen unterscheidet

Fachbodenregale sind für den manuellen Zugriff gebaut. Der Mitarbeitende greift direkt ins Fach, ohne Hilfsmittel und ohne Ladehilfsmittel. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: Die Ebenenabstände richten sich nach Behälter- und Kartonmaßen, und die Greifhöhen richten sich nach dem Menschen.

Palettenregale folgen einer anderen Logik. Dort wird die Ladeeinheit mit dem Flurförderzeug eingelagert, die Ebenen sind entsprechend hoch und die Traglasten deutlich größer. Kragarmregale wiederum nehmen Langgut auf, bei dem eine durchgehende Auflage stören würde. Die Frage lautet also zuerst nicht „welches Regal“, sondern „wie kommt die Ware ins Fach und wieder heraus“.

Innerhalb dieser Logik sind Fachbodenregale das flexibelste System, das wir führen. Die Böden lassen sich in der Höhe verstellen, das Regal wächst in Höhe und Breite mit, und über Zubehör wie Fachteiler, Schubladeneinsätze, Sichtlagerkästen und Kennzeichnungsschienen entsteht aus der Grundkonstruktion eine strukturierte Ablage.

Die drei Serien im Überblick

Die Serien unterscheiden sich nicht in erster Linie im Aussehen, sondern in Rahmenkonstruktion, Traglast und dem Bereich, in dem sie wirtschaftlich sinnvoll arbeiten.

Die Serie P3X: kompakt und flexibel

Die Serie P3X ist für den alltäglichen Traglastbedarf ausgelegt und die richtige Wahl für kompakte, flexible Lagerkonzepte. Sie ist die Serie für das Werkstattlager, das Ersatzteilregal und die überschaubare Kleinteileablage.

Konstruktiv arbeitet sie mit Fachböden, die über Nocken eingehängt werden. Für die Stabilität sind rückseitige Kreuzverbände erforderlich. Beides ist im Betrieb unproblematisch, sollte aber bei der Planung bekannt sein: Die Kreuzverbände beeinflussen, ob das Regal frei im Raum stehen oder von beiden Seiten bedient werden kann.

Ein Hinweis für die Reifen- und Räderlagerung: Die Nocken bergen ein Beschädigungsrisiko für Reifen und Felgen. Dieses Risiko ist im Einzelfall zu bewerten, wenn die Serie P3X in der Reifen- und Räderlagerung eingesetzt werden soll.

Für Bestandskunden relevant: Die Serie P30 ist das baugleiche Vorgängermodell der P3X und wird nicht mehr produziert. Bestehende Anlagen lassen sich weiterhin sachgerecht betreuen, für Neuplanungen ist die Serie P3X der Nachfolger. Beim Autohaus HEDTKE gab genau dieser Anschluss an eine vorhandene P30-Anlage den Ausschlag für die Serienwahl.

Die Serie P50: die Standardlösung

Die Serie P50 ist die Antwort auf größere und komplexere Anlagen. Sie trägt höhere Lasten als die Serie P3X und arbeitet mit einem glatten Profil ohne Nocken. Ihr Standardbereich reicht bis einschließlich vier Geschosse, der Regelfall liegt bei drei bis vier Geschossen. Unterhalb von drei Geschossen ist sie einsetzbar, aber nicht der Standardfall.

Das glatte Profil ist mehr als ein Detail. Es schützt empfindliche Ware vor Beschädigungen und macht die Serie P50 zur bevorzugten Wahl, wenn Reifen und Felgen im Spiel sind oder wenn Ware häufig über die Ebene geschoben wird.

Die zweite Besonderheit ist ihre Rolle als tragendes Element. Die Serie P50 bildet die Struktur der Mehrgeschossanlage, im Fachjargon Picktower genannt. Die Laufgänge der einzelnen Ebenen werden direkt am Fachbodenregal befestigt, wodurch sich Anlagen mit bis zu fünf Stockwerken realisieren lassen. Das ist ein bestätigter Sonderfall neben der allgemeinen Geschossregel: Als reines Fachbodenregal endet der Standardbereich bei vier Geschossen, als tragende Struktur der Mehrgeschossanlage sind fünf Stockwerke möglich.

Die Serie P70: für große, planbare Projekte

Die Serie P70 setzt auf einen breiteren Rahmen und entsprechend höhere Stabilität. Empfohlen wird sie ab drei Geschossen, ihre größten Vorteile spielt sie bei vier bis fünf Geschossen aus. Bei drei Geschossen lohnt sich der Vergleich mit der Serie P50, weil Wirtschaftlichkeit, Traglastbedarf und Erdbebenzone hier den Ausschlag geben.

Ein Punkt gehört bei dieser Serie an den Anfang jeder Planung: Die Serie P70 ist ein reines Großprojekt-Produkt. Das Rohmaterial ist nicht vorrätig, und die Fertigung erfordert einen aufwändigen Maschinenumbau. Sie ist damit nicht kurzfristig verfügbar und gehört in Projekte, die langfristig planbar sind. Wer sie einplant, sollte den Zeithorizont von Anfang an entsprechend ansetzen. In den Logistikzentren für Zalando Lounge war dieser Vorlauf gegeben, dort wurden über 500.000 Fachböden der Serie P70 verbaut.

Für die Nutzung als Räderregal ist die Serie P70 nicht vorgesehen. Bei mehrstöckig geplanter Räder- und Reifenlagerung kommt stattdessen die Serie P50 als tragende Struktur zum Einsatz.

Zubehör: aus dem Regal wird ein Lagerkonzept

Die Serienwahl legt die Konstruktion fest, die Konfiguration entscheidet über den Nutzen im Tagesgeschäft. Fachteiler unterteilen breite Fächer und verhindern, dass Artikel ineinanderrutschen. Schubladeneinsätze machen tiefe Fächer nutzbar, weil auch der hintere Bereich erreichbar bleibt. Sichtlagerkästen schaffen Übersicht bei Schüttgut und Kleinstteilen. Kennzeichnungsschienen und Etikettenhalter halten die Lagerplatzsystematik dauerhaft am Regal, auch wenn Ebenen später versetzt werden.

Für die Automobilindustrie führen wir branchenabgestimmtes Zubehör, das auf die dort gängigen Ladungsträger und Kennzeichnungssysteme abgestimmt ist. Der Aufwand für diese Abstimmung fällt einmal an, wirkt aber bei jedem Griff.

Zwei Konfigurationsfragen werden regelmäßig unterschätzt. Erstens der Ebenenabstand: Er sollte sich an den tatsächlichen Behälterhöhen orientieren und nicht an einem runden Rastermaß, sonst verschenken Sie in jeder Ebene mehrere Zentimeter. Zweitens die Zugänglichkeit: Ob ein Regal von einer oder von beiden Seiten bedient wird, verändert Gangplanung und Aussteifung gleichermaßen.

Vier Fragen, die die Auswahl entscheiden

Wie viele Geschosse brauchen Sie? Das ist das stärkste Auswahlkriterium. Bis drei Geschosse kommt die Serie P3X infrage, im Bereich drei bis vier liegt die Serie P50, und ab drei Geschossen wird die Serie P70 empfohlen, mit den größten Vorteilen bei vier bis fünf Geschossen.

Wie schwer ist Ihre Ware wirklich? Nicht das Durchschnittsgewicht zählt, sondern das schwerste Fach. Ein einzelner Bereich mit Normteilen oder Batterien bestimmt die Auslegung stärker als hundert Fächer mit Kunststoffteilen. Maßgeblich sind dabei zwei Werte gleichzeitig: die Fachlast je Ebene und die Feldlast des gesamten Regalfeldes.

Wo steht die Anlage? Bodenverhältnisse und Erdbebenzone gehen in die Auslegung ein. In bestimmten Regionen des DACH-Raums verändert das die Serienwahl.

Wie schnell muss es gehen? Wenn die Anlage in wenigen Wochen stehen soll, scheidet die Serie P70 praktisch aus. Diese Frage gehört an den Anfang und nicht ans Ende der Planung.

Alles aus einer Hand

Rauscher F.X. plant Fachbodenregale seit über 50 Jahren von Krumbach aus. Wir nehmen Ihr Sortiment, Ihre Fläche und Ihre Prozesse auf, legen die passende Serie aus und stimmen das Zubehör auf Ihre Ladungsträger ab. Die Fertigung erfolgt im Netzwerk der Unternehmensgruppe Groupe Provost an sechs Produktionsstandorten. Die Montage übernehmen qualifizierte Partnerteams, die wir koordinieren und für deren Ergebnis wir geradestehen. Ein Ansprechpartner bleibt für Sie verantwortlich, von der Auslegung bis zur Übergabe.

Die Wahl der richtigen Fachbodenregal-Serie hängt an vier Größen: Geschosszahl, tatsächlicher Traglast, Standort und Zeithorizont. Die Serie P3X deckt kompakte Konzepte bis drei Geschosse ab, die Serie P50 ist die Standardlösung für größere Anlagen und bildet zugleich die tragende Struktur der Mehrgeschossanlage, die Serie P70 zielt auf große, langfristig planbare Projekte mit vier bis fünf Geschossen. Über den gesamten Bereich gilt der Prüfvorbehalt: Wirtschaftlichkeit, Traglast und Erdbebenzone werden im Einzelfall bewertet.

Sie wissen noch nicht, welche Serie zu Ihrem Vorhaben passt? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Wir klären die vier entscheidenden Fragen gemeinsam und legen die Anlage darauf aus.